Weitere Informationen
Mit dem Dominikanerkloster, der heutigen Propsteikirche St. Johann Baptista, wird ein besondere Ort des mittelalterlichen Dortmund vorgestellt. Die Gründung war schwierig und gelang erst nach mehreren Versuchen im Jahr 1330. Die erhaltenen Kunstschätze des Spätmittelalters – das Hochaltarretabel des Weseler Malers Derick Baegert, die Fragmente eines Retabels der Rosenkranzbruderschaft, die bronzene Stiftertafel, ein Choralbuch für die Messe, weiterhin der Marienleuchter und andere mehr – deuten auf die kulturelle Blüte der Reichs- und Hansestadt. Das Buch thematisiert die verworrene Geschichte der Klostergründung ebenso wie die Einbindungen in die städtische Gesellschaft, die Inquisition ebenso wie die Ordensreform des 15. Jahrhunderts; die herausragenden Kunstwerke und Ausstattungsstücke ebenso wie die Architektur der Klosterkirche und die Funktion der Propsteikirche als Erinnerungsort der Moderne. Auf den Altarretabeln befinden sich die ältesten Ansichten der Stadt Dortmund: Anlass genug, um über Formen bildlicher Repräsentation und Deutungsmuster der mittelalterlichen Stadt wie der Heilsgeschichte nachzudenken sowie das Verhältnis zwischen Stadtgesellschaft und Dominikanerkloster im Spätmittelalter intensiv zu diskutieren.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort • 7 Ulrich Meier: Urbane Utopien. Die mittelalterliche Stadt in Dominikanerpredigten • 11 Rodrigo H. Kahl OP: Spiritualität der Dominikaner • 35 Arnold Angenendt / Karen Meiners: Erscheinungsformen spätmittelalterlicher Frömmigkeit • 45 Thomas Schilp: Seelenheil und Stadtkultur. Das Dortmunder Predigerkloster in der spätmittelalterlichen Stadt • 57 Barbara Welzel: Memoria und bildende Kunst. Überlegungen zu einer postsäkularen Kunstgeschichte • 71 Ursula El-Akramy: Eine verworrene Geschichte. Die Gründung des Dominikanerklosters in Dortmund • 99 Roland Pieper: Von der Uneinheit des einheitlichen Raumes. Die Architektur der Dortmunder Dominikanerkirche zwischen Funktion, Repräsentation und Symbolismus • 123 Claudia Heimann: Die dominikanische Observanzbewegung. Anspruch und Realität am Beispiel des Dortmunder Konventes • 139 Martina B. Klug: Dortmunder Patriziat und märkischer Niederadel. Memoriale Stiftungen am Dortmunder Dominikanerkloster • 155 Michael Tönsing: Zur Tätigkeit des Dominikaner-Inquisitors Johannes Krawinckel († um 1508) im spätmittelalterlichen Dortmund. Der Fall Nikolaus Hovet • 175 Dokumentation • 192 Petra Marx: Das Hochaltarretabel des Derick Baegert in der Dortmunder Dominikanerkirche • 241 Nils Büttner: Wo Dortmund liegt. Geschichtsvorstellung und Weltdarstellung im späten Mittelalter • 261 Susan Marti: Schwester Elisabeth schreibt für ihre Brüder in Dortmund. Das Graduale für das Dortmunder Dominikanerkloster • 277 Vera Henkelmann: Der Marienleuchter der Dortmunder Dominikanerkirche • 295 Elisabeth Tillmann: Johanneshaupt aus Alabaster und liturgische Stickereien im Schatz der Propsteikirche St. Johannes Baptist • 311 Günther Högl: Kriegszerstörungen. Gedächtnisorte und Erinnerung in Dortmund • 331 Gabi Dolff-Bonekämper: Denkmaltopographien, Erinnerungstopographien und Gedächtniskollektive • 361