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Seit Ende der 1920er Jahre waren die v. Bodelschwinghschen Anstalten die größte diakonische Einrichtung Deutschlands. Das Buch bietet eine Alltagsgeschichte eines „Großbetriebs der Barmherzigkeit“, in dem Menschen mit Epilepsie und psychischen Behinderungen versorgt wurden. Die Patientenakten von 1924 bis 1949 werden quantitativ analysiert; Sachakten werden qualitativ ausgewertet. Dargestellt wird die Versorgung, Pflege und medizinische Behandlung der in Bethel untergebrachten Menschen, die Hinwendung der Anstaltsvertreter zum Nationalsozialismus, die Beteiligung an Zwangssterilisationen, die Abwehrversuche gegen die „Euthanasie“, die erhöhte Sterblichkeit im Krieg und in der Nachkriegszeit sowie der Umgang mit NS-Tätern.
Ein „Großbetrieb der Barmherzigkeit“ wollten die v. Bodelschwinghschen Anstalten nie sein. Doch hatten sie sich bis Ende der 1920er Jahre angesichts von Prozessen der Medizinalisierung und Professionalisierung dazu entwickelt. Das vorliegende Buch stellt eine Alltagsgeschichte der größten privaten Anstalt Deutschlands dar. In der Einrichtung wurden Menschen mit Epilepsie, mit Behinderungen und psychisch versorgt. Die Studien beruhen erstmals auf der Basis einer inhaltlichen wie quantitativen Analyse der in Bethel vorhandenen Patientenakten der Aufnahmen der Jahre 1924 bis 1949. Zudem wurden Sachakten aus dem Hauptarchiv Bethel von der Zeit der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik umfangreich ausgewertet. Sie behandeln Themen wie die Versorgung, Pflege und medizinische Behandlung der in Bethel untergebrachten Menschen, die Hinwendung der Anstaltsvertreter zum Nationalsozialismus, die Beteiligung an Zwangssterilisationen, die Abwehrversuche gegen die „Euthanasie“ und die erhöhte Sterblichkeit im Krieg und in der Nachkriegszeit sowie den Umgang mit NS-Tätern.