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Das NS-Regime schuf eine Arbeitsordnung, die absolute Verfügungsgewalt über die Arbeitskräfte anstrebte. Es entstand eine skrupellose, in vielem verbrecherische Maschinerie, die zwar die rasche Aufrüstung und die Fortsetzung der Produktion während des Krieges ermöglichte, letztlich aber in unlösbare Widersprüche zu den Zwängen der industriellen Produktion geriet. Vor diesem Hintergrund beschreibt das Buch den Alltag in den Chemnitzer Fabriken. Primärquellen aus Unternehmen, wie man sie in solcher Dichte selten findet, ermöglichen Aussagen zum Wandel der Arbeitskräftestruktur, zu den Beziehungen zwischen deutschen Arbeitern und Zwangsarbeitern und nicht zuletzt zum Verfall der Arbeitsdisziplin während des Krieges. Das sich omnipotent wähnende Regime konnte nicht verhindern, dass systemwidriges Verhalten den Arbeitsalltag durchdrang.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort 7 1. Hakenkreuze über Chemnitz 9 2. Die nationalsozialistische Arbeitsordnung 21 2.1 Arbeitslosigkeit und Arbeitsverwaltung 21 2.2 Vom Betriebsrat zum Vertrauensrat 32 2.3 Betriebsordnungen 43 3. „Betriebsgemeinschaft“ in der Praxis 61 3.1 Risse in der „Betriebsgemeinschaft“ 61 3.2 Der Kitt der „Betriebsgemeinschaft“ 74 4. Arbeitsordnung im Krieg 98 4.1 Kriegsgesetzgebung und Chemnitzer Arbeiter 98 4.2 Das Chemnitzer Arbeitsamt im Krieg 104 5. Wandel der Belegschaftsstruktur 112 5.1 Ersatz für die Stammbelegschaften 112 5.2 Zwangsarbeiter 118 5.3 Probleme bei der Arbeitsorganisation132 6. Fabrikalltag im Krieg 145 6.1 Denunziation, Verrat und Solidarität 146 6.2 Verfall der Arbeitsdisziplin 152 7. Zusammenfassung 166 Zu den Quellen 169 Literaturverzeichnis 169 Abbildungsnachweis 175