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Wenn es so etwas wie eine »Bielefelder Schule« der Geschichtswissenschaft gab, dann war sie durch sozialwissenschaftliche Orientierung, Theoriefreudigkeit, Traditionskritik und die Betonung der Sozialgeschichte gekennzeichnet. Sie griff bisweilen weit aus. Aber in anderen Teilen profitierte sie von ihrer Verankerung in Region und Stadt. Eben dadurch gewann sie ihre historische Tiefenschärfe und ihre Präzision. Mit seiner großartigen stadt- und regionalgeschichtlichen Quellenkenntnis steht der Archivar Vogelsang an einer Gelenk- und Schnittstelle zwischen geschichtswissenschaftlicher Forschung und den Quellen, von denen sie abhängt. Die bemerkenswerte Dichte und Breite seines Werkes illustriert noch einen anderen Vorteil der Regionalgeschichte. Ihren intellektuell anspruchsvollen und wissenschaftlich dynamischen Vertretern gelingt es, weite Zeiträume zu umspannen.
Inhaltsverzeichnis
Jürgen Kocka: Geleitwort • 9 Johannes Altenberend: Ein Haus für die Geschichte • 11 Daniel Bérenger: Zur Vorgeschichte des heutigen Siedlungsbildes von Steinhagen • 15 Brigitte Brand: Zur Entwicklung städtischer Bauformen in Bielefeld • 25 Dieter Lammers: Spielzeugfunde von der Welle in Bielefeld • 43 Harald Grundmann / Brigitte Brand: Das Bielefelder Sonnenuhrfragment • 49 Harald Wixforth: Die Gogerichtsbarkeit und das bäuerliche Leben • 53 Heinrich Rüthing: Der Levitenstuhl von St. Jodokus in Bielefeld • 77 Uwe Standera: Die ravensbergischen Pfarrerfamilien Varenholz • 95 Helmut Hüffmann: Der dänische Überfall auf die Stadt Lübbecke 1627 • 113 Roland Köhne: Ein Gebetbüchlein der Herforder Äbtissin Hedwig Sophie Auguste (1705-1764) • 137 Bernd Hey: Schnapsbrennen in Steinhagen – Mäßigkeitspropaganda in Brockhagen • 155 Gertrud Angermann: Silhouetten einer Kaufmannsfamilie von 1791 und einer Müllerfamilie von 1805 • 169 Bärbel Sunderbrink: Friedhofsverlegungen im 19. Jahrhundert in Minden-Ravensberg • 189 Johannes Altenberend: Die Säkularisation des Bielefelder Franziskanerklosters St. Jodokus • 211 Frank Konersmann: Protestantische Unternehmer und katholische Kirche in Ostwestfalen im 19. Jahrhundert • 241 Alfred Menzel: Johann Heinrich Scherr – Bielefelder Pfarrer und ravensbergischer Superintendent • 271 Martin Tabaczek: Ein unchristlicher Streit um das Christliche Gesangbuch • 289 Monika Minninger: Ostwestfälische Vormärz-Flüchtlinge und Forty-Eighters in Nordamerika • 317 Bernd J. Wagner: Zur Finanzierung der Krankenhauspflege in Preußen • 341 Jürgen Büschenfeld: Stadt und Umwelt im Industrialisierungsprozeß • 361 Karl Ditt: Der »Minden-Ravensberger« – Ein Sozialstereotyps im 19. und 20. Jahrhundert • 383 Gerhard Renda: Der Bielefelder Stadtbaurat Friedrich Schultz • 401 Norbert Sahrhage: Herford in den Anfangsjahren der Weimarer Republik • 413 Harald Propach: Theodor von Sicard (1885-1968). Pfarrer in Bielefeld • 431 Hans-Jörg Kühne: Der Großangriff auf Bielefeld am 30. September 1944 • 449 Rolf Westheider: Die Bielefelder Sondererinnerung des Kriegsgefangenenschicksals • 467 Karl Beckmann: Die Firma Arntzen-Leichtbau KG in Brackwede nach dem Zweiten Weltkrieg • 479 Wolfgang Emer / Uwe Horst: Die Region im Geschichtsunterricht • 489 Schriftenverzeichnis von Reinhard Vogelsang • 515 Autoren • 519