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Vereine sind wichtige Elemente des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie strukturieren gesellschaftliche Verhältnisse und werden ihrerseits durch die sie umgebenden gesellschaftlichen Verhältnisse geprägt. Dieses Wechselverhältnis wird am Beispiel der Vereinslandschaft der niedersächsischen Kreisstadt Stadthagen für die Jahre 1945-1970 aufgezeigt. Die Untersuchung der Vereine, ihres Soziallebens, ihrer Mitglieder und der Veränderungen in diesem Gefüge erlaubt Rückschlüsse auf Trends und Tendenzen der lokalen Gesellschaft. Die Vereinslandschaft Stadthagens wurde von Hobbyvereinen und Sozialvereinen bestimmt, Bildung und Kultur fanden nur geringen Widerhall. Das Vereinsleben war aber nicht statisch, sondern entwickelte sich parallel zum gesellschaftlichen Wandel in der Stadt. Wurde die Modernisierung in den 50er Jahren zunächst noch von der Tendenz zum Rückzug aus dem öffentlichen Leben überlagert, setzte sich in den 60er Jahren auf breiter Front durch. Die Arbeit ist eine exemplarische Studie zum Alltag und zur Modernisierung in der Bundesrepublik Deutschland. Aber auch die Einwohner Stadthagens werden überraschend viel finden, was über ihre eigene „Geschichte im Kleinen“ Auskunft gibt.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 1. Einleitung 1.1 Zielsetzungen und Fragestellungen der Teiluntersuchungen 1.2 Bisherige Schwerpunkte und Ergebnisse der Vereinsforschung 1.3 Definitions- und Kategorisierungskriterien 1.4 Quellenlage und Quellenbasis der Untersuchung 2. Stadthagen 1945-1970 2.1 Wirtschaft und Bevölkerung 2.2 Besondere Traditionen 2.3 Zur politischen Prägung Stadthagens 3. Die Vereinslandschaft Stadthagens 3.1 Die Stadthäger Vereine 3.2 Veränderungen in der Vereinslandschaft 3.2.1 Gründung, Wiedergründung und Auflösung von Vereinen 3.2.2. Die Vereinslandschaft zwischen 1918 und 1933 3.2.3 Die Aussagekraft des Vereinsprofils über Trends und Tendenzen 3.3 Die Größe der Vereine 3.3.1 Die Entwicklung der Mitgliederzahlen 3.3.2 Boom- bzw. Verlustphasen der Mitgliederentwicklung 3.4 Die Vereine in der Stadthäger Presse 3.4.1 Die Zeitungslandschaft 3.4.2 Unterschiede im Umfang der Berichterstattung 4. Vereinsgeschichten 4.1 Der Gartenbauverein 4.2 Der Kleingartenverein 4.3 Der Männergesangverein 1849/89 4.4 Die Chorgemeinschaft 4.5 Der Schützenbund 4.6 Der Damenschießsportclub „Hubertus“ 4.7 Der Tennisclub 4.8 Der Kaninchenzüchterverein 4.9 Die Feuerwehr 4.10 Vereine folgen Trends 4.10.1 Reiselust 4.10.2 Spuren der Motorisierung 4.10.3 „Unser Vereinsheim“ 4.10.4 Technik, die begeistert? 4.10.5 Individuell oder gemeinsam 5. Aspekte der Mitgliederbetrachtung 5.1 Eintritte 5.1.1 Wann, wer, wohin 5.1.2 Zeitspannen bis zum Vereinsbeitritt von Zuwanderern 5.2 Die Bindung der Mitglieder an „ihren“ Verein 5.2.1 Austritte 5.2.2 Mitgliedschaftsdauer 5.3 Der späte Zugang der Frauen in die Vereine 5.4 Eingesessene und Neubürger 5.5 Altersstrukturen 5.5.1 Altersstrukturen im Wandel 5.5.2 Beitrittsalter 5.5.3 Zusammenfassung 5.6 Beschäftigungsorientierte Statusgruppen 5.6.1 Arbeitervereine 5.6.2 Bürgerliche Vereine 5.6.3 Herkunft und Beschäftigungsstatus 5.6.4 Zusammenfassung 6. Verschiedene Formen und Merkmale des Engagements in Vereinen 6.1 Aktive und Passive 6.2 Vereinsmeier? 6.3 Vereinsvorstände 7. Vereine und (Kommunal-)Politik 7.1 Wachablösung bei den Volksvertretern 7.2 Die Auflösung der Milieus 7.3 Begegnungen mit „Politik“ 7.3.1 Rekrutierung politischen Personals 7.3.2 Diskussionsanstöße 7.3.3 Vereine als Unterstützung der Kommune 7.3.4 Kontakte zu anderen Vereinen 7.4 Zusammenfassung 8. Zusammenfassung: Vereinsleben in Stadthagen Gesamtverzeichnis der Vereine Tabellen Grafiken Quellen- und Literaturverzeichnis Unveröffentlichte Quellen Archivalien Protokolle von Vereinssitzungen Mitgliederlisten Materialsammlungen aus Privatbesitz Interviewprotokolle Vereinsregisterakten Gedruckte Quellen Zeitungen Festschriften Statistiken Literatur Abkürzungen Personen- und Vereinsregister