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„Hamelns Tolles Jahr“ beschreibt den demokratischen Aufbruch in einer niedersächsischen Stadt vor 150 Jahren. Im freiheitlichen Klima der Revolution von 1848/49 begannen die Hamelner, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Sie muckten gegen die fürstliche Obrigkeit auf und wählten einen eigenen Bürgerrat, sie gingen zu Demonstrationen und Volksversammlungen, sie organisierten sich in politischen Vereinen und sie lasen die neuerblühte demokratische Presse. Kurzum, in Hameln entwickelte sich die zeitgenössische Öffentlichkeit in lebendiger Vielfalt und in beispielhafter Weise für die deutsche Provinz. Aus diesem Blickwinkel erscheint das „Tolle Jahr“ als historische Zäsur: Trotz Niederlage der Revolution und fürstlicher Reaktion konnte die allmähliche politische Bewusstwerdung und Emanzipation der Bürger nicht verhindert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorgeschichte: Hameln im Vormärz 1.1 Hamelner Verhältnisse 1.2 Oppositionelle Regungen Die Revolutionszeit und ihr Nachhall 2. März 1848: Petition, Protest und Volksversammlung 2.1 Aufbruchsignale im Frühjahr 1848 2.2 Die Hamelner Petition vom 8. März 2.3 Straßenprotest und Volksversammlung vom 18. bis 20. März 2.4 Zur Bedeutung der Märztage Biographische Skizze 1: Carl Ludwig Lüder 3. Stationen der politischen Entwicklung bis Sommer 1849 3.1 Condeputierte und Unterschriftensammlungen Exkurs 1: Petitionen der Landbewohner 3.2 Öffentlichkeit der städtischen Verwaltung 3.3 Die Wahlen zur deutschen Nationalversammlung von April/Mai 1848 3.4 Im Zeichen der Frankfurter Politik 3.5 Lokalpolitische öffentliche Veranstaltungen 3.6 Revolutionswende und Blum-Rezeption 3.7 Die Wahlen zur Ständeversammlung vom Januar 1849 3.8 Unterschriften für die „Grundrechte“ 3.9 Die Revolutionsfeier vom 18. März 1849 3.10 Die Zeit der Reichsverfassungskampagne April/Mai 1849 3.11 Die Demokraten-Versammlung vom Juli 1849 3.12 Wahlkampf und Ständekammer-Wahlen vom August 1849 Biographische Skizze 2: Georg Eduard Martin Schläger 4. Reformerischer Nachhall und fürstliche Reaktion (1850 bis 1855/58) Institutionen und Vereine der freien Öffentlichkeit 5. Die lokale Presse 5.1 Die Hamelnschen Anzeigen 5.2 Die Deister- und Weserzeitung 5.3 Der Neue Hamelnsche Anzeiger Biographische Skizze 3: Carl Wilhelm Niemeyer 6. Die Bürger-Commission – Ein revolutionärer Bürgerrat (1848/49) 6.1 Gründungsumstände 6.2 Wahlen 6.3 Das Wahlergebnis – Die Bürgerkommissare 6.4 Statuten der Bürger-Commission 6.5 Versammlungsaktivitäten 6.6 Letzte Sitzungen (26. Oktober 1848 bis 12. Januar 1849) 6.7 Zusammenfassung Biographische Skizze 4: Johann Friedrich Carl Kruse 7. Die Bürgerwehr (1848 bis 1854) 7.1 Vorgeschichte: Die wehrhafte Tradition der Stadt 7.2 Auftakt im März: Der Bürgerwachdienst 7.3 Formierung der Bürgerwehr (April bis Juni 1848) 7.4 Statut und Dienstpraxis 7.5 Öffentliche Kritik aus den eigenen Reihen 7.6 Interne Vereinsgründung: Der Bürgerwehr-Gesangsverein 7.7 Institut der politisch-geselligen Öffentlichkeit 7.8 Entwaffnung und „Suspension“ 7.9 Nachfolgeorganisationen – Erste Schützenvereine 7.10 Schluß: Politischer Standort der Bürgerwehr Biographische Skizze 5: Friedrich Christian August Weibezahn 8. Der Volksverein (1848/49) 8.1 Von der Volksversammlung zum Volksverein 8.2 Der Weg bis zur Gründung (April bis Juni 1848) 8.3 Die Gründung im August 1848 8.4 Vereinsversammlungen 8.5 Themen und Ergebnisse der Vereinsdebatten Exkurs 2: Volksverein der Landbewohner (1849) 8.6 Zur Einschätzung des Hamelner Volksvereins Biographische Skizze 6: Theodor Friedrich Moritz Theilkuhl 9. Der Bürgerverein (1849 bis 1854) 9.1 Allgemeiner Hintergrund: Bürger- oder konstitutionelle Vereine 1848/49 9.2 Gründungszusammenhang des Hamelner Vereins 9.3 Die Konstituierung im Januar/Februar 1849 9.4 Vereinszweck, Aufbau und Organisation 9.5 Themen und Wahlaktivitäten bis 1854 9.6 Mögliche Gründe für die politische Regungslosigkeit nach 1854 10. Der Inquilinenverein (1849 bis 1852) 10.1 Begriff und Stellung der Inquilinen (Mieteinwohner) 10.2 Gründungsanlaß und Motive 10.3 Gründungsumstände und Personen 10.4 Vereinsaktivitäten 10.5 Zusammenfassung Biographische Skizze 7: Christian Ferdinand Naumann 11. Das Wahlbündnis „Vereinigte Bürger und Inquilinen“ (1852) 11.1 Gründung und Wahlaktivitäten 11.2 Öffentliche Kritik 11.3 Schluß 12. Der Handwerkerverein (1844 bis 1855) 12.1 Die Formierung im Frühjahr 1844 12.2 Tagungsrhythmus und Tagungsort 12.3 Vereinsregungen bis 1848 12.4 Resümee: Standesorganisation und Politisierung 12.5 In der Märzrevolution 1848/49 12.6 Bruchstücke der Vereinstätigkeit 1850 bis 1855 Biographische Skizze 8: Carl Wilhelm Anton Suckert 13. Der Gesellen- und Arbeiterverein (1844/45 bis 1852/58) 13.1 Anfänge des Gesellenvereins 1844 bis 1847 13.2 Gesellen im Hamelner März 13.3 Der Gesellenverein von 1848/49 13.4 Der Arbeiterverein von 1850/51 13.5 Der Arbeiterbildungsverein von 1850 bis 1852 13.6 Ende 1852 – Fortsetzung 1857/58 14. Der Turnverein (1849 bis 1852) 14.1 Turnbewegung in Deutschland und Hannover im Vormärz und 1848 14.2 Vorgeschichte des Hamelner Vereins 1847 bis 1848 14.3 Gründung des „Hamelnschen Turnvereins“ im Juli/August 1849 14.4 Zur Herkunft der Mitglieder 14.5 Organisation des Vereinslebens 14.6 Die Vereinskrise vom Winter 1849/50 14.7 Rekonsolidierung und vorläufiges Ende 1850 bis 1852 15. Schluss: Märzerrungenschaften in Hameln Zeittafel 1848/49 Anmerkungen Abbildungsnachweis Abkürzungen Quellen und Literatur Personenregister