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Annette Hennigs stellt die Frage nach dem Wesen der Mobilität in der frühneuzeitlichen Gesellschaft ins Zentrum ihrer Arbeit. Dabei geht es ihr zum einen um die Rahmenbedingungen von Mobilität, d.h. um den Zustand des Straßen- und Wegenetzes, und zum anderen um die Menschen, die auf den Straßen und Wegen unterwegs waren. Um die Komplexität des Wanderungsgeschehens zu gliedern, unterscheidet sie zwischen legalen und illegalen Formen der Mobilität. Annette Hennigs zeichnet ein Bild der Mobilität in der frühneuzeitlichen Gesellschaft, das sich durch Quellennähe und Anschaulichkeit auszeichnet. Die fundierte Quellenbasis ist eine wesentliche Stärke der Arbeit. Da die Verfasserin ihre Arbeit sehr breit anlegt, gelingt es ihr, unterschiedliche Aspekte der Mobilität in den Blick zu nehmen. Annette Hennigs hat eine Arbeit vorgelegt, die den Kenntnisstand über ein bislang vernachlässigtes Thema der lippischen Geschichte wesentlich bereichert. Jürgen Scheffler (Lippische Mitteilungen 71, 2002)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1.1 Forschungsstand 1.2 Fragestellungen 1.3 Quellenlage 1.4 Eingrenzung des Themas 1.5 Vorgehensweise 2. Landeskundliche Einführung 2.1 Der Raum 2.2 Landesgeschichte 2.2.1 Wirtschaft und Herrschaft 2.2.2 Bevölkerung 3. Rahmenbedingungen der Mobilität 3.1 Das Straßennetz 3.1.1 Rekonstruktionsversuch des lippischen Straßennetzes um 1800 3.1.2 „Fluch auspressende Mordwege“ 3.2 Der Straßenbau 3.2.1 Der traditionelle Straßenbau 3.2.2 Der Chausseebau 3.2.2.1 Technische Voraussetzungen 3.2.2.2 Personelle Voraussetzungen 3.2.2.3 Materielle Voraussetzungen 3.2.2.4 Das Chausseebaukonzept von 1804 3.2.3 Die Veränderungen durch den Chausseebau 3.3 Die Verkehrsregelungen 3.4 Die Verkehrsmittel 3.5 Das Paßwesen 3.6 Die Grenzen 3.7 Straßen und Wege im nachbarschaftlichen Beziehungsgeflecht 3.7.1 Ökonomische und gesellschaftliche Funktionen 3.7.2 Der öffentliche Raum 3.8 Resümee 4. Legale Mobilität 4.1 Boten 4.1.1 Botendienste 4.1.2 Boten der Behörden 4.1.3 Private Boten 4.1.3.1 Die „holl- und friesländischen“ Boten 4.2 Fuhrleute 4.2.1 Spanndienste 4.2.1.1 Kriegsfuhren 4.3 Handwerker 4.4 Wanderarbeit 4.4.1 Ursprünge 4.4.2 Tätigkeit 4.4.3 Die obrigkeitliche Sicht 4.4.4 Das Wanderverhalten 4.4.5 Auswirkungen der Auslandserfahrungen 4.5 Wanderhandel und Wandergewerbe 4.5.1 Ursprünge 4.5.2 Tätigkeit 4.5.3 Die obrigkeitliche Sichtweise 4.5.4 Konzessionierter Wanderhandel 4.5.4.1. Lippische Wanderhändler 4.5.4.2 Ausländische Wanderhändler 4.5.4.3 Jüdische Wanderhändler 4.5.5 Unkonzessionierter Wanderhandel 4.5.6 Resümee 4.6 Wandergewerbe – Gemeinsamkeiten und Unterschiede 5. Illegale Mobilität 5.1 Herkunft der Vagierenden 5.2 Die Tätigkeitsfelder der Vagierenden 5.3 Familienstrukturen 5.4 Betteljuden 5.5 „Zigeuner“ 5.6 Räuberbanden 5.7 Determinanten des Lebens in der Illegalität 6. Schnittpunkte 6.1 Wirtshäuser 6.2 Judenherbergen 6.3 Krüppelfuhren 6.4 Das Verhältnis der Einheimischen zu den Vagierenden 7. Schluss Tabellen Quellen und Literatur Register