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AktuellesStand: 25.01.2012 In der zweiten Januarhälfte erscheinen fünf Bücher: Dieter Pfau Über sechs Generationen lebten im ehemaligen Amt Ferndorf (der heutigen Stadt Kreuztal) jüdische Männer, Frauen und Kinder. Gegen viele Widerstände gelang es ihnen, eine gesicherte wirtschaftliche Existenz aufzubauen, ohne die eigenen religiösen und kulturellen Traditionen vollends preiszugeben. Mit der Entstehung und Ausbreitung des modernen Antisemitismus stellte ein wachsender Teil der christlichen Bevölkerung ihre Existenzrechte in Frage. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die Juden in Krombach und Littfeld ausgegrenzt, terrorisiert, enteignet, schließlich in die Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert und ermordet. Mit diesem Buch, das mit zahlreichen Fotografien und Dokumenten illustriert ist, soll den Juden, die im ehemaligen Amt Ferndorf gelebt haben, wieder ein Gesicht gegeben und ein würdiges Andenken bewahrt werden. Reinhard Rohde / Tim Wegener Seit einigen Jahren bieten die beiden Autoren regelmäßig historische Stadtrundgänge zum Thema ŸCelle im Nationalsozialismus an. In diesem Zusammenhang ist dieser zeitgeschichtlicher Stadtführer entstanden. Das Buch mit vielen erstmals veröffentlichen Fotos gibt einen kompakten Überblick über die Geschichte Celles während der zwölf Jahre nationalsozialistischer Herrschaft. Reinhold Baaske / Boris Erchenbrecher / Wolf-Dieter Mechler / Hans-Dieter Schmid ŸFremd im eigenen Land – so beschreiben viele Sinti ihre Situation im Nachkriegsdeutschland. Die Sinti und Roma, die den Holocaust in Niedersachsen überlebt hatten oder nach Niedersachsen als ihrer alten Heimat zurückgekehrt waren oder hier eine neue Heimat gefunden hatten, erlebten, dass die Diskriminierung und Ausgrenzung durch die Behörden und die Bevölkerung und die oft willkürliche und demütigende Behandlung durch die Polizei und die Ordnungsämter weiter bestand. Erst ab den 1970er Jahren – unterstützt durch die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma und durch das zivilgesellschaftliche Engagement bürgerlicher Gruppen – besserte sich allmählich ihre rechtliche und gesellschaftliche Position, während ihre wirtschaftliche Situation weiterhin prekär blieb. Diese Entwicklung wird am Beispiel der Sinti-Gemeinschaften in Hildesheim, Stade, Braunschweig, Leer und weiteren niedersächsischen Orten nachgezeichnet. Ein eigenes Kapitel über die Roma in Niedersachsen ergänzt die Darstellung. Das Buch bietet die erste zusammenfassende Darstellung der Geschichte der Sinti und Roma eines Bundeslandes vom Ende der NS-Zeit bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts. Michael Hallerberg / Fabian Kindt / Arbeitskreis ostwestfälisch-lippische Archive Entgegen dem bundesrepublikanischen Trend überaltert die Gesellschaft in Ostwestfalen-Lippe (OWL) nicht. Der Regierungsbezirk Detmold wird im Jahr 2020 die im Durchschnitt jüngsten Einwohner in Deutschland besitzen. Ursächlich für diese Entwicklung ist ein hoher Anteil an ŸMigranten innerhalb der Bevölkerung. Migrationserfahrungen und Wanderungsbewegungen kennzeichnen das Einwanderungsland Deutschland seit 1945. Anhand von Quellen aus ostwestfälisch-lippischen Archiven wird diese Geschichte bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Das Ankommen und das Weggehen verändern die Abgabegesellschaft wie die Aufnahmegesellschaft. Integration muss ein wechselseitiger Prozess sein, in dem die Bedürfnisse der Immigranten und die der Aufnahmegesellschaft verhandelt werden. Der Fremde, der Gast wird im Idealfall zum Mitbürger und zur Mitbürgerin. OWL – Heimat für Fremde? Daniela Twilfer Wie nehmen westfälische Dialektsprecher ihren Sprachraum wahr? Dieser Frage widmet sich die vorliegende Untersuchung und stützt sich dabei auf Daten, die in den 1970er Jahren für das Westfälische Wörterbuch erhoben wurden. Damals wurden Dialektsprecher gefragt: ŸIn welchen benachbarten Orten spricht man Ihrer Meinung nach auch so wie in Ihrem Ort? und ŸIn welchen Orten Ihrer Umgebung spricht man merklich anders? Die Umfrage erbrachte Antworten aus ungefähr 2000 Orten im Bearbeitungsgebiet des Westfälischen Wörterbuchs; diese Daten stammen aus dem Archiv der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens. Der Band bietet einen Überblick über die wahrnehmungsdialektologische Forschungsgeschichte und eine detaillierte Analyse der etwa 2000 Fragebogen. Das zentrale Visualisierungs- und Untersuchungsinstrument der Arbeit stellt eine ŸPfeilkarte dar, auf der die Antworten der Dialektsprecher eingetragen wurden. Im Sinne der aktuellen Ÿperceptual dialectology beleuchtet die Untersuchung die Perspektive der westfälischen Dialektsprecher in sprachräumlichen Zusammenhängen. Dabei wird der gesamte westfälische Sprachraum in den Blick genommen. Zur Lektüre dieser neuen – und natürlich auch der in den vergangenen Monaten und Jahren erschienenen – Bücher des Verlags für Regionalgeschichte lade ich Sie herzlich ein. Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches und gesundes neues Jahr und freue mich, Sie demnächst wieder auf www.regionalgeschichte.de begrüßen zu dürfen. Olaf EimerVerlag für Regionalgeschichte Windelsbleicher Straße 13, 33335 Gütersloh Tel. 05209 / 6714, Fax 05209 / 6519 regionalgeschichte@t-online.de, www.regionalgeschichte.de |
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